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Das Programm der 18. Jüdisch-Israelischen Kulturtage steht fast. 2010 lautet das Motto "Israel und Europa".

Letzte Aktualisierung
August 30. 2010 14:35:10 Login

Neue Synagoge


Nach Kriegsende bestand die Erfurter Gemeinde nur noch aus 15 Mitgliedern. Durch Zuzug aus anderen Gebieten, zumeist aus Osteuropa, wuchs sie rasch an. Im Jahr 1946 stellte der Gemeindevorstand an die Stadt Erfurt eine erste Anfrage zur Rückgabe des Grundstückes, auf dem bis 1938 die Große Synagoge gestanden hatte. Nach einem Ratsbeschluss vom 20. März 1947 erhielt die Gemeinde das Gelände zurück. Seitdem arbeitete man an Plänen zum Bau einer neuen Synagoge.

Der erste Entwurf des Architekten Willy Nöckel von 1948 wurde 1950 mit der Begründung abgelehnt, dass sich der Bau mit einem runden Betraum nicht in die städtebaulichen Verhältnisse einfüge (zu "groß", zu "sakral"). Erst einen dritten Entwurf des Architekten von 1951, der diese Vorbehalte berücksichtigte, genehmigte die Stadt.

Das weniger hohe und sehr schlichte Gebäude wurde am 31.8.1952 eingeweiht. Die Erfurter Synagoge blieb der einzige reine Synagogenneubau nach dem Zweiten Weltkrieg auf dem Gebiet der DDR.

Kurz nach der Einweihung der Neuen Synagoge begann die Gemeinde jedoch von neuem zu schrumpfen. Einige Gemeindemitglieder waren in das gerade gegründete Israel ausgewandert, andere gingen in die BRD oder die USA – genau wie ein Großteil der in der DDR lebenden Juden. Sie verließen das Land auch aus Angst vor antizionistischen Prozessen wie dem Schauprozess in Prag 1952, in dem jüdische Intellektuelle als sogenannte zionistische Agenten angeklagt und zum Tode verurteilt wurden. In Thüringen überdauerte nur die jüdische Gemeinde in Erfurt diese Zeit, die Gemeinden in Eisenach, Gera und Mühlhausen lösten sich auf.

Seit 1990 verzeichnet die Erfurter Gemeinde wieder einen Zuzug an Mitgliedern, hauptsächlich aus Ländern der ehemaligen Sowjetunion. So leben heute etwa 500 jüdische Bürger in der Stadt. Die Neue Synagoge bildet damit erneut den Mittelpunkt einer lebendigen Gemeinde. Hier werden unter anderem die wöchentlichen Schabbat-Gottesdienste gefeiert, die auch nichtjüdischen Besuchern offen stehen.

• Quelle: Jüdisches Leben in Erfurt